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       Gegen die Beschneidung von Mädchen in Europa und Afrika
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Vereinsziele
Wer wir sind und was wir tun

von Jawahir Cumar

1996 gründeten Deutsch-Somalische Frauen unseren Verein. Viele von uns sind als Mädchen beschnitten worden und daher selbst betroffen. Wir wissen um die Grausamkeit dieses Rituals. Deshalb kämpfen wir gegen die genitale Verstümmelung von Mädchen in Europa und Afrika.

1998 waren wir für 14 Tage in Somalia, um dort Impfstoffe hinzubringen. Wir hatten erfahren, dass Cholera, Gelbfieber und Malaria ausgebrochen waren. Die Impfstoffe übergaben wir dem UNHCR, mehr konnten wir nicht tun. Während dieses Aufenthaltes in Somalia habe ich zwei schreckliche Ereignisse miterlebt, die der Auslöser dafür waren, in Somalia ein Krankenhaus speziell für beschnittene Frauen und Mädchen einzurichten.

In dem Dorf, in dem ich war, gab es eine Beerdigung. Ein kleines Mädchen war gestorben, sie war verblutet. Als ich nachfragte warum, hat man mir gesagt, es passiere jeden Tag, dass kleine Mädchen bei dem Ritual der Beschneidung verbluten.

Eine Woche vorher hatte eine Frau im Krankenhaus ein Kind zur Welt gebracht. Wie es bei beschnittenen Frauen üblich ist, wurde ihre Vagina nach der Entbindung wieder zugenäht. Da es kein Ultraschallgerät gab, wussten die Ärzte nicht, dass die Frau Zwillinge erwartete. Als sie nach der Geburt heftige Schmerzen hatte, wurde sie in ein Krankenhaus ins 900 km entfernte Mogadischu gebracht. Dort war es schon zu spät, das zweite Kind war tot. Ich fragte, was man tun könnte, damit die Frauen wenigstens ein geringeres Geburtsrisiko haben.

Die in Somalia übliche Beschneidung der Mädchen bringt es mit sich, dass Frauen bei der Geburt häufig lebensgefährliche Komplikationen erleiden oder die Kinder dabei ersticken, weil die Frauen nicht rechtzeitig geöffnet werden können. Nach der Beschneidung wird ihre Vagina bis auf eine kleine Öffnung zugenäht.

Während unserer Aufklärungskampagne im Frühjahr 2002 in verschiedenen Dörfern und Regionen Ost-Somalias haben wir festgestellt, dass vor allem junge Mütter Angst haben, dass ihre Töchter genital verstümmelt werden. Die Mädchen werden im Alter von 14 oder 15 Jahren zur Heirat gezwungen.

Mir ist klar geworden, dass dieses Land mehr braucht als Impfstoffe – nämlich Bildung, Gesundheitsausstattung und Aufklärungskampagnen über dieses grausame Ritual.

Wir fliegen jedes Jahr nach Somalia und machen dort vier bis sechs Wochen lang eine große Kampagne über genitale Verstümmelung und Familienplanung. Wir besuchen auch die Schulen vor Ort, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Ich denke, wir haben Erfolg, aber es braucht sehr viel Zeit, Geduld, Geld und Mut.

Für den Überblick über unsere Arbeit empfehlen wir Ihnen unseren
Info Flyer

Aktuelle Meldungen

12.04.2010
Politik kämpft gegen Genitalverstümmelung
Die Düsseldorfer Bürgermeisterin will das Thema auf die Tagesordnung setzen.

04.02.2010
Waris Dirie startet Kampagne
In Berlin wurde die internationale Kampagne "STOP FGM NOW!" vorgestellt. stop mutilation ist eine der Partnerorgani­sationen.

23.09.2009
Thema bei "stern TV"
In der Sendung "stern TV" auf RTL ging es am 23.9.2009 auch um das Thema weibliche Genitalbeschneidung. Moderator Günther Jauch hatte zwei mutige Frauen zu Gast: unsere Vorstandssprecherin Jawahir Cumar und eine Frau, die sich gegen die Beschneidung ihrer Tochter entschieden hat.