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Schulprojekt für Flüchtlingskinder

Schulprojekt:Sozialstadtion in Bosaso

Seit dem Bürgerkrieg in Somalia sind sehr viele Flüchtlinge aus Mogadischu in die Region Puntland geflüchtet, die meisten von ihnen haben keine Arbeit und somit kein geregeltes Einkommen. Deshalb können sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Aus der Entwicklungshilfearbeit wissen wir, dass grundlegende Mentalitätsänderungen etwa in Bezug auf die Geburtenkontrolle oder Beschneidung am besten und nachhaltigsten über die Bildung von Mädchen und Frauen zu erreichen ist. Deshalb haben wir diese Sozialstation  für die Flüchtlinge Kinder gegründet.

In Somalia gibt es keine städtischen Schulen mehr, sondern nur noch private.

Nur wenige Eltern können sich einen Schulbesuch leisten. Und wenn sie sich dazu entscheiden, profitieren. einzig die Jungen davon. Schulbildung für die Töchter wird für überflüssig gehalten, da man die Mädchen in der Regel früh verheiraten will aus uralter Tradition. Wir wissen aber, dass viele Frauen später ihre Kinder allein versorgen müssen und eine Schulbildung schon deshalb dringend erforderlich wäre.

Wir möchten uns in unserem Schulprojekt der Gruppe der traumatisierten Flüchtlingsmädchen zu wenden. Vor der Situation in Mogadischu sind viele Menschen in die Region Puntland geflohen und leben dort sehr behelfsmäßig in Zelten und notdürftig selbstgebauten Hütten. Die Grundversorgung ist schlecht und Bildungseinrichtung fehlen völlig.

Bei der Umsetzung diese Projekt und vielen anderen können wir auf die Zusammenarbeit mit örtlichen Verantwortlichen zählen: somalische junge Mädchen und junge Männer,  Dandor und SDG mit guter Verankerung vor Ort.

Sowohl beim Bau der Mütter-Kind-Krankenhaus für die Genitalverstümmelte Frauen, bei der Nahrungsverteilung und anderen Projekten hat Dandor die Koordination gut und professionell abgewickelt. Auch die Organisation SDG gehört zu unseren Partnern in Somalia und sorgt mit dafür, dass die Hilfsmaßnahmen umgesetzt  werden.

Jungs und Mädchen werden gemeinsam unterrichtet  und aufgeklärt über die Beschneidung von Mädchen, damit  sie später ihren eignen Kinder unversehrt bleiben. Unsere Förderung ist jedes Mädchen, die in diese Sozialstation kommen als gegen Leistung nicht beschnitten werden 

Beginn

Im Februar 2005 hat der Verein stop mutilation e.v. beim UNO-Flüchtlingshilfe e.V. die finanzielle Unterstützung für ein Schulprojekt beantragt, das die Alphabetisierung von Flüchtlingskindern in der Region Puntland zum Ziel hat. In Somalia gibt es noch keine städtischen Schulen sondern lediglich Privatschulen, die sich die meisten Familien nicht leisten können. Das gilt insbesondere für die Flüchtlingskinder in Puntland, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind. Sie sind mit ihren Eltern oder allein nach Boosaaso gekommen und leben dort in einem Flüchtlingscamp. Speziell für diese Zielgruppe sollte mit Mitteln der UNO-Flüchtlingshilfe e.V. eine Schule eingerichtet und für ein Jahr betrieben werden.

Mit der Umsetzung des Schulprojekts wurde sofort begonnen. Als Vorsitzende von stop mutilation e.v. ist Jawahir Cumar mehrmals nach Somalia gereist, um mit der Partnerorganisation Dandor alle notwendigen Planungen zu besprechen. Dandor wickelt das Schulprojekt für stop mutilation e.v. ab.

Für die Schule wurde ein großes Gebäude gemietet und mit Tischen, Stühlen und Tafeln eingerichtet. Zwölf Lehrkräfte wurden eingestellt, die Gehälter werden über wiegend aus den bewilligten Fördergeldern der UNO-Flüchtlingshilfe e.V. bestritten. Aus weiteren privaten Spenden wurden Bücher und Schreibmaterialien für die Schüler beschafft.

Schon am 11. Juni 2005 konnte in Boosaaso, Region Puntland die Schule für Flüchtlingskinder eröffnet werden. Diese kurze und sehr ergebnisorientierte Vorbereitungszeit spricht für die professionelle Arbeit von Dandor. Der Zeitplan, den im Antrag aufgestellt wurde, konnte eingehalten werden.

Im November haben wir die Schule erneut besucht, um den dortigen Betrieb nach der Anlaufzeit zu beobachten und Dandor die Restsumme zu übergeben. Im Januar waren wir noch einmal in Somalia, um ein weiteres Projekt von stop mutilation e.v. zu besuchen, nämlich den Aufbau eines gynäkologischen Krankenhauses für genital verstümmelte Frauen. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch unsere Schule besucht und uns davon überzeugen können, dass alles ordnungsgemäß abläuft.

Die Schule hat inzwischen 1.400 Bürgerkriegsflüchtlinge als Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Der Unterricht wird in drei Schichten erteilt. Weil der Bedarf so groß ist, werden die Räume den ganzen Tag über für verschiedene Gruppen genutzt. Morgens werden Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet, nachmittags gibt es Unterricht für Mädchen und abends Angebote für die Mütter. Die Frauen lernen in Alphabetisierungskursen Schreiben, Lesen und Rechnen. Auch über diese große Zahl an Schülern hinaus gibt es noch Bedarf an weiteren Plätzen, den wir aber nicht erfüllen können.

Die Flüchtlinge haben erst mit der Eröffnung der Schule ein Stück Normalität wieder gefunden. Viele Kinder und auch viele Mütter haben hier zum ersten Mal in ihrem Leben die Möglickeit Lesen und Schreiben zu lernen. Damit wird den Flüchtlingskindern, insbesondere den Mädchen, eine schulische Grundbildung ermöglicht. Sie werden so für ein Leben gerüstet, das nicht von Armut und Krankheit geprägt ist. Gleichzeitig erhalten ihre Eltern die Möglichkeit, an Bildungsangeboten teilzunehmen. Mit der Alphabetisierung werden sowohl die jungen Mädchen als auch die Erwachsenen über die Folgen der Genitalverstümmelung aufgeklärt, um die Zahl der Beschneidungen in Zukunft zu reduzieren.

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