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03.01.2006
Düsseldorf, den 03.01.2006
Krankenhaus-Projekt in Somalia:
Mutter-Kind-Klinik wird neu gebaut
Der Tsunami im Dezember 2004 hat nicht nur in Süd-Ost-Asien gewütet. Auch an der Ostküste Somalias wurden mehrere Hundert Menschen getötet und Tausende obdachlos. Die Flutwelle hat auch unser General Hospital Maternity in Xaafuun auf der Halbinsel Hafun zerstört.
Das Krankenhaus war unser wichtigstes Projekt in Somalia. Es war das einzige Mutter-Kind-Krankenhaus im Land. Dank der guten Ausstattung der Klinik konnten die Frauen und Mädchen dort angemessen gynäkologisch versorgt werden, das Geburtsrisiko für Mutter und Kind wurde gemindert. Dies ist besonders wichtig, weil es aufgrund der in Somalia üblichen Beschneidung bei Geburten häufig zu lebensgefährlichen Komplikationen kommt.
Nach der Beschneidung wird die Vagina bis auf eine winzige Öffnung zugenäht. Wenn sie bei der Geburt nicht rechtzeitig geöffnet wird, kann das Kind ersticken. Unsere Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen versuchen, durch Aufklärungsarbeit die Patientinnen zu überzeugen, ihre Töchter nicht beschneiden zu lassen. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte den Aufbau des Projekts im Jahr 2001 mit 71.000 DM gefördert.
Im Frühsommer 2005 haben Mohamud Muuse Hirsi, der Ministerpräsident der Provinz Puntland, und Khadar Abdi Haji, der Bürgermeister von Bosaso, uns kostenlos ein Grundstück im Süden der Stadt zur Verfügung gestellt. Dort können wir nun eine neue Klinik aufbauen.
Beim Neubau des Krankenhauses unterstützen uns Traute Stahl, Wilma Küspert und weitere Soroptimistinnen des Clubs Düsseldorf-Karlstadt. Die Krankenhausarchitektin Sophie von der Wiede hat die Pläne für die neue Klinik erstellt. 33 Betten, Kreissäle, eine große Säuglingsstation und ein Operationssaal sind das Kernstück. Die Betten und Nachttische hat das Marienhospital in Düsseldorf zur Verfügung gestellt. Der Energiekonzern Vattenfall Europe fördert das Projekt - auch mit Spenden seiner Mitarbeiter.
Im Juni 2005 sind die Vorsitzende unseres Vereins, Jawahir Cumar, und der Kommunikationschef von Vattenfall Europe, Johannes Altmeppen, nach Bosaso geflogen. Mit dem Gouverneur der Provinz Puntland, Yusuf Mohamed Wacays, und dem Arbeitsminister, Said Jamac Qorsheel, haben sie den Grundstein für das neue Krankenhaus gelegt. Bei weiteren Besuchen im Oktober 2005 und im April 2006 konnten sie sich vom Baufortschritt überzeugen: Weitere Informationen finden Sie unter Projektfortschritte.
Dank der großzügigen Spende durch Vattenfall Europe stehen für das Krankenhaus 185.000 Euro zur Verfügung.
Wir benötigen aber noch eine große Summe für Türen und Fenster, die Innenausstattung und sanitären Einrichtungen, einen Brunnen sowie Stromaggregate und Klimatisierung. Denn eine zentrale Versorgung mit Strom und Wasser gibt es in Bosaso nicht und die sommerlichen Temperaturen liegen bei über 45 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 Prozent.
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