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       Gegen die Beschneidung von Mädchen in Europa und Afrika
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Projektentstehung

  1. Warum wird ein Mutter-Kind-Krankenhaus (General Hospital Maternity) benötigt?
  2. Warum wird es in Bosaso gebraucht?
  3. Wie entsteht das Projekt?

I. Warum wird ein spezielles Mutter-Kind-Krankenhaus benötigt?

In Somalia erleben Mädchen zwischen dem 5. und 8. Lebensjahr gemäß einer alten Tradition eine gewaltsame Verstümmelung ihrer Genitalien: die pharaonische Beschneidung. Nach der Entfernung der Klitoris, der inneren und großer Teile der äußeren Schamlippen wird die Vagina bis auf eine kleine Öffnung zugenäht.

Zur Entbindung muss jede Frau chirurgisch "eröffnet" werden. Wenn dies nicht rechtzeitig geschieht, besteht Lebensgefahr für Mutter und Kind. Auch wenn es nicht fachmännisch geschieht, ohne geeignete Geräte und ohne hygienische Versorgung, treten bei einer Geburt große Komplikationen auf, die oft zum Tod führen.

Nur durch eine angemessene gynäkologische Versorgung in einer Mutter-Kind-Klinik, die speziell für die Bedürfnisse beschnittener Frauen eingerichtet ist, kann dieses Geburtsrisiko gemindert werden.

So müssen ein Operationssaal mit entsprechenden medizinischen Geräten und ausreichend Betten für die Frauen und die Säuglinge zur Verfügung stehen, da die Frauen oft mehrere Wochen ihre Wunden auskurieren müssen.

Außerdem ist geplant, dass Ärzte und Krankenschwestern Beratungs- und Aufklärungsarbeit leisten, damit das Ritual der Beschneidung und das bei jeder Geburt wiederholte Aufschneiden und Zunähen beendet werden kann.

II. Warum wird es in Bosaso gebraucht?

Im Dezember 2004 erreicht der Tsunami auch die Küstenregion am Horn von Afrika. In der somalischen Provinz Puntland werden mehrere Hundert Menschen getötet, Tausende werden obdachlos. Auch der Ort Xaafun auf der Halbinsel Hafun wird bis auf wenige Häuser zerstört, auch das alte Krankenhaus, das stop-mutilation seit 2002 als Mutter-Kind - Klinik betrieben hat.

Tausende Obdachlose fliehen aus der Region nach Bosaso, der nächstgelegenen Stadt. Hier leben bereits Zehntausende von Bürgerkriegsflüchtlingen in Notunterkünften und selbstgebauten Zelten, so dass Grundversorgung und Hygienebedingungen zunehmend große Probleme aufwerfen.

Hier gibt es nur ein einziges Krankenhaus: für Allgemeinerkrankungen ohne Operationsmöglichkeiten, d.h. so gut wie keine Hilfe bei Entbindungen. In ganz Puntland gibt es kein Mutter-Kind-Krankenhaus. Das nächste Allgemeinkrankenhaus mit Operationsausstattung befindet sich in Mogadischu und ist 900 km entfernt! Nur in Hargeisa, der Hauptstadt von Somaliland, gibt es zur Zeit das einzige Mutter-Kind-Krankenhaus in Somalia.

III. Wie entsteht das Projekt?

Jawahir Cumar, die Vorsitzende des Vereins stop-mutilation, erfährt aus Puntland erst nach und nach das Ausmaß der Tsunami-Katastrophe, da die ganze Infrastruktur der Küstenregion zerstört ist. Unter den Hunderten von Toten sind auch zwei ihrer Angehörigen, das Krankenhaus mit sämtlichen, durch Spenden grade erst neu angeschafften Geräten, ist zerstört.

Verzweifelt erzählt sie ihren Freunden und Bekannten von der Katastrophe,die überall fassungsloses Erstaunen auslöst: der Tsunami in Somalia-? - so weit weg vom Katastrophengebiet in Asien, das bis dahin die Medien beherrscht. Bis dahin ist kaum etwas über die Auswirkungen des Tsunami an der afrikanischen Küste in der Öffentlichkeit bekannt geworden. Daraus erklärt sich auch später die Schwierigkeit, an Spendengelder für Tsunamiopfer in Afrika zu kommen, da sie meistens zweckgebunden an das Tsunamigebiet in Südostasien verwendet werden.

Jawahir Cumar und ihr Verein geben nicht auf. Gerade jetzt ist ihr Einsatz für ihre Landsleute überlebenswichtig. Sie verstärken Informations-und Aufklärungskampagnen und organisieren mit Hilfe ihrer Partnerorganisation Dandor vor Ort Hilfsmaßnahmen zur Grundversorgung der Flüchtlinge in Bosaso.

Der Plan zum Neubau eines Mutter-Kind-Krankenhauses steht im Mittelpunkt: wieder sind die Frauen, vor allem die schwangeren, mit ihren Beschwerden ohne jede medizinische Hilfe. Das nächste Krankenhaus mit ausreichender medizinischer Versorgung ist für sie unerreichbar, da die Verkehrswege unzureichend ausgebaut und nur wenige Verkehrsmittel vorhanden und z.T. unerschwinglich sind.

Wie will sie diesen Plan verwirklichen?

Mit Unterstützung der Soroptimistinnen des Clubs Düsseldorf Karlstadt kommt ein Kontakt zustande zu Johannes Altmeppen, dem Kommunikationschef von Vattenfall Europe Berlin; Jawahir Cumar präsentiert kurze Zeit später erfolgreich ihr Projekt in Berlin; Vattenfall Europe sagt großzügige Unterstützung zu.

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