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News vom 26.04.2004
26.04.2004
„Beschneidung von Mädchen“ Thema in unserem Sozialwissenschaftskurs
von Kathrin Hellbeck, 10a Realschule Lohmar
Seit einiger Zeit beschäftigt sich der Sozialwissenschaftskurs der Realschule Lohmar mit dem Thema „Entwicklungsländer“. Auf Grund dieses Themas habe ich mir als Schülerin dieses Sozialwissenschaftskurses gedacht, es wäre sehr interessant und aufklärend, das Thema „Beschneidung von Mädchen“ zu bearbeiten. Meine Lehrerin war sofort bereit, dieses Thema aufzugreifen.
Ich bereitete ein ausführliches Referat vor, um meinen MitschülerInnen einige Fakten und Zahlen zu diesem grausamen Ritual näher zu bringen. Das Referat traf direkt auf großes Interesse. Es wurden viele Fragen gestellt, einige meiner MitschülerInnen wussten bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass es Beschneidung an Mädchen gibt. Durch die Aktion Weißes Friedensband hatte ich zum einen die Möglichkeit, an sehr viele Daten zu gelangen, die ich für mein Referat benötigte und zum anderen konnte ich eine von Beschneidung betroffene Frau in unsere Schule einladen.
Zuerst schauten wir mit ihr den Film „Recht auf Weiblichkeit“, der bei allen anwesenden SchülerInnen sehr große Betroffenheit auslöste. Nach dem Film hatten wir ca. 15 Minuten Zeit, unsere Gedanken und Gefühle zu dem Film aufzuschreiben. Einige SchülerInnen lasen dann ihren Text vor. Die Inhalte reichten von tiefster Betroffenheit über Unverständnis bis hin zu Wut und Scham. Danach hatten wir Zeit, Frau Cumar Fragen zu stellen. Anfangs waren wir sehr schüchtern und zurückhaltend, aber als wir gemerkt hatten, dass sie bereit war, ganz offen über ihr schreckliches Schicksal zu reden, trauten wir uns, ihr unsere ganz persönlichen Fragen zu stellen, die sie sehr anschaulich beantwortete.
Ich habe in meiner 10-jährigen Schulzeit noch nie erlebt, dass eine Gruppe SchülerInnen so ernsthaft und interessiert bei einem Thema zugehört hat und dann auch noch bereit war, offen und ehrlich über ihre eigenen Gefühle zu reden, Jungen wie Mädchen. Das hat mich sehr beeindruckt und auch ein Stück weit Stolz gemacht, denn die Jugend ist wohl an vielen Themen interessiert und auch bereit, dafür Zeit zu opfern. Nur leider werden diese Themen viel zu wenig in den Schulen bearbeitet.
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