Europa
stop-mutilation e.v.
Afrika
 
       Gegen die Beschneidung von Mädchen in Europa und Afrika
German    English
Startseite
Beratungsstelle
Medizinische Sprechstunde
Angebot für Schulen
Literatur
Weiterführende Links
Projektentstehung
Projektfortschritte
Projektbeteiligte
Schulprojekt
News und Termine
Jugend Aktion
Projekte
In den Medien
Vereinsziele
Vereinssatzung
Der Vorstand
Partner & Sponsoren
Fördermitglied werden
Spenden
Kontakt
Presseinformationen
Impressum

Startseite | In den Medien | KSTA 01.05.04

KÖLNER STADT-ANZEIGER vom 01. Mai 2004

Auch in Deutschland werden Afrikanerinnen beschnitten

Organisationen fordern einen Straftatbestand der Genitalverstümmelung.

Von Astrid Wirtz

Bonn - Mit einer Aufklärungskampagne wollen Organisationen wie Aktion Weißes Friedensband, Terre Des Femmes und Intact auf die Beschneidung von afrikanischen Frauen auch in Deutschland aufmerksam machen. Nach Angaben von Christa Müller von Intact, die vor allem Frauengruppen unterstützt, die in Afrika gegen die genitale Verstümmelung kämpfen, leben in Deutschland etwa 35 000 beschnittene Frauen. Es gehe jetzt darum, darauf hinzuarbeiten, dass deren Töchter nicht das gleiche Schicksal erlitten. Laut Müller werden auch in Deutschland Beschneidungen vorgenommen. Es gebe allerdings keinen Fall, in dem es deshalb zur Anklage gekommen sei. Zwar gebe es kein ausdrückliches Verbots-Gesetz, der Straftatbestand der Körperverletzung schließe das Verbot einer solchen Verstümmelung allerdings ein.

Gleichwohl scheint es äußerst schwierig, Verdachtsfällen nachzugehen. Das Kindschaftsrecht verlangt das Einverständnis der Eltern für eine Untersuchung des Mädchens. Müller verwies auf einen Fall im Saarland, in dem selbst die Staatsanwaltschaft eine solche Untersuchung trotz massiver Verdachtsmomente nicht habe durchsetzen können. Müller setzt sich zusammen mit Terre des Femmes für einen eigenen Straftatbestand Genitalverstümmelung ein, damit auch Eltern bestraft werden könnten, die ihr Kind zwecks Beschneidung ins Ausland schickten. Weltweit sind schätzungsweise 150 Millionen Frauen Opfer dieser oftmals religiös oder kulturell begründeten Verstümmelung mit gravierenden Folgen für Gesundheit und Psyche.

Organisationen wie Forward Germany in Frankfurt warnten vor einer weiteren Stigmatisierung afrikanischer Frauen in der Öffentlichkeit. Schulprojekte, wie das im Rahmen der Kampagne beabsichtigte, müssten sehr behutsam vorgehen. Die beabsichtigte bessere Information deutscher Gynäkologen, Geburtshelfer und Hebammen, Kinderärzte, Kindergärtnerinnen und Lehrer findet dagegen breite Zustimmung.

Für den Überblick über unsere Arbeit empfehlen wir Ihnen unseren
Info Flyer

Aktuelle Meldungen

12.12.2011
Düsseldorferin des Jahres 2011
Jawahir Cumar ist die Preisträgerin in der Kategorie "Fairness & Courage".

07.12.2011
Hilfe für Somalia
stop mutilation startet Hilfsaktion für die hungernden Menschen in Ostafrika.

04.07.2011
Bundesverdienstkreuz für Jawahir Cumar
Die Gründerin von stop mutilation wurde für ihr Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung ausgezeichnet.

08.01.2011
NRW will Opfern helfen
In NRW sind rund 5600 Mädchen und Frauen von Genitalbeschneidung bedroht oder betroffen.